Der 80-jährige Sayyed el-Dawwy ist der letzte lebende Dichter der Sira - des grössten arabischen Epos. Nur er kennt ihre gesamten 5 Millionen Verse auswendig und hält die Geschichten vom Volk des Halbmondes am Leben. Über Generationen ausschliesslich mündlich überliefert will er die Sira nun an seinen Enkel Ramadan weitergeben.
SIRA WENN DER HALBMOND SPRICHT begleitet die beiden auf ihren Konzert-Tourneen durch Ägypten. Und während Sayyed seinem Nachkommen Ramadan die Sira in seinem Sinne vermitteln will, interessiert sich Ramadan für die zeitgenössischen Interpretationen im Einfluss von Pop und Soap-Operas.
Im Ringen der Generationen um die Bedeutung der Sira zeigt sich eine Welt, die zwischen Tradition und Moderne steckt, auf der Suche nach ihren Helden gestern wie heute.
Der Dokumentarfilm, der die Welt des grössten, oral überlieferten Epos im arabischen Raum, der Sira el-Hilaliyya, reflektiert, wird von Reck Filmproduktion in Zürich (www.reckfilm.ch) produziert, in Ägypten in Zusammenarbeit mit den FEKRA-Filmproductions. Im September 07 konnten erste Aufnahmen mit Musik der Sira el-Hilaliyya auf der Bühne des «FEKRA cultural centers» durchgeführt werden. Nach einem Vordreh im September 08 in Kairo und wurde der Film im Mai/Juni 09 in Qus und Esna erfolgreich abgedreht.
Die UNESCO hat ihr Patronat für diesen Film gegeben mit der Begründung, dass der Film eine bedeutende Tradition der arabischen Kulturgeschichte vorstellt und damit zum interkulturellen Verständnis und der internationalen Kulturzusammenarbeit beiträgt. Dadurch wird nicht nur seine kulturelle Bedeutung wertgeschätzt, sondern auch zementiert, dass das Epos und seine Tradition weit über Ägypten und den arabischen Raum von grosser Bedeutung sind. Der Film wird unter anderem von der Filmstiftung Zürich unterstützt.
Die beiden Autoren des Films die Filmemacherin Sandra Gysi aus Zürich (Schweiz) und der Regisseur Ahmed Abdel Mohsen aus Assuan (Ägypten) recherchierten während Jahren über das Epos und seine Welt, das als einziges noch in seiner integralen musikalischen Form vorgetragen wird, und übertrugen die wenigen, in arabischer Sprache exisitierenden Texte ins Deutsche. Durch die Innen- und Aussensicht auf das Epos, die die Zusammenarbeit der beiden Regisseure ermöglicht, entstand ein umfassendes Bild der Sira el-Hilaliyya und ihrer Welt, das in den Film einfliesst.
«Wenn der Halbmond spricht...» werden nur Ausschnitte aus Sayyed el-Dawwis Vortrag dem letzten grossen Interpret des Epos integriert werden können. Ein weiteres Projekt ist deshalb iniziiert, dessen Ziel es ist, das gesamte orale Epos aufzuzeichnen: Sayyed el-Dawwi wird für einige Wochen ins «FEKRA cultural center» eingeladen, um alle Geschichten des Epos vorzutragen. Mit diesen Aufnahmen wird seine Kunst und sein grosses Wissen festgehalten und später auch auf Tonträgern veröffentlicht. Die Projekte rund um die Sira el-Hilaliyya sind das erste grosse Engagement von FEKRA, lokale Traditionen zu fördern und festzuhalten. Weitere Projekte sind in «el-mustaqbal delwaqti Die Zukunft heute» geplant.